Erstberatung Anwalt Kosten

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Was ist eine Erstberatung?

Definition Erstberatung, vgl. § 34 RVG
Eine Erstberatung ist jeder mündliche oder schriftlichen Rat oder eine Auskunft, die regelmäßig gebührenpflichtig ist..


Die Erstberatung und insbesondere die mit dieser verbundenen Kosten bestimmt sich maßgeblich nach der Vorschrift des § 34 Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG):

(1) 1Für einen mündlichen oder schriftlichen Rat oder eine Auskunft (Beratung), die nicht mit einer anderen gebührenpflichtigen Tätigkeit zusammenhängen, für die Ausarbeitung eines schriftlichen Gutachtens und für die Tätigkeit als Mediator soll der Rechtsanwalt auf eine Gebührenvereinbarung hinwirken, soweit in Teil 2 Abschnitt 1 des Vergütungsverzeichnisses keine Gebühren bestimmt sind. 2Wenn keine Vereinbarung getroffen worden ist, erhält der Rechtsanwalt Gebühren nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts. 3Ist im Fall des Satzes 2 der Auftraggeber Verbraucher, beträgt die Gebühr für die Beratung oder für die Ausarbeitung eines schriftlichen Gutachtens jeweils höchstens 250 Euro; § 14 Abs. 1 gilt entsprechend; für ein erstes Beratungsgespräch beträgt die Gebühr jedoch höchstens 190 Euro.

Gemäß § 34 RVG gilt also, dass die Erstberatung beim Anwalt für Verbraucher maximal 190 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer kosten darf. Für Selbstständige und Unternehmen gilt diese Grenze nicht.

Jedoch gibt es auch kostenlose Erstberatungen, welche man mit einer umfangreichen juristischen Beratung nicht vergleichen kann. Im Ergebnis ist ein Rechtsanwalt jedoch auch ein Unternehmer, der nicht während seiner ganzen Arbeitszeit kostenlose Beratung anbieten kann und wird. Bei einer Erstberatung werden nur anfängliche Schritte erörtert, der Fall geschildert und Chancen abgewogen. Sobald der Rechtsanwalt zusätzliche Maßnahmen ergreifen muss oder soll, werden Honorare fällig, so dass man hier nicht mehr von einer kostenlosen Beratung sprechen kann.

Was kostet eine Erstberatung?

Rechtsanwälte unterliegen einer Gebührenverordnung, welche vorschreibt, wie viel sie mindestens und höchstens für welche Tätigkeit berechnen dürfen. Zudem dürfen Rechtsanwälte auch aufgrund eines vorher vereinbarten Honorars in gerichtlichen Streitigkeiten oder auf Basis eines Pauschalbetrags abrechnen. Im Falle der Erstberatung soll nach § 34 RVG der Rechtsanwalt für einen mündlichen oder schriftlichen Rat oder eine Auskunft (Beratung), die nicht mit einer anderen gebührenpflichtigen Tätigkeit zusammenhängt, […] auf eine Gebührenvereinbarung hinwirken.

2006 wurden die Kosten für die Erstberatung beim Anwalt für Verbraucher auf höchstens 190 Euro zzgl. Mwst. festgelegt. Der Wert um den gestritten wird, ist zwar heute grundsätzlich auch noch die Grundlage (Siehe hierzu: Streitwert und Gegenstandswert). Die Kosten einer Erstberatung beim Anwalt können also höchstens 190 Euro zzgl. Mwst. betragen. Ein Rechtsanwalt muss grund­sätzlich nicht über die Kosten einer Erst­beratung aufklären. Denn von einer Kosten­pflicht muss stets ausgegangen werden. Selbständige und Unternehmer sollten den Anwalt auf die Kosten einer Beratung ansprechen, für sie gilt die Deckelung nämlich nicht.

Rechtsanwälte dürfen auch einen geringeren Betrag für die Erstberatung verlangen. Häufig werden komplett kostenlose Erstberatungsgespräche angeboten, um für seine Leistungen zu werben und Mandanten von der hohen Beratungsqualität bei geringerem Preisrisiko zu überzeugen. Einen Anspruch auf die kostenlose Erstberatung haben Mandanten jedoch nicht.

Ferner sind Rechtsanwälte auch nicht verpflichtet, über die Kostenhöhe bereits im ersten Gespräch aufzuklären. Dies könnte nur dann notwendig sein, wenn ein Rechtssuchender allem Anschein nach irrtümlich davon ausgeht, dass das erste Gespräch gebührenfrei angeboten wird. In allen anderen Fällen müssen Rechtssuchende sich der Kostenpflicht grundsätzlich stets bewusst sein.